Gottfried Böhme︱Stein und Zeit

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Beschreibung

Mit einem Nachwort von Vtr. Lazarus von Buchhagen

978-3-926236-10-4︱424 Seitengebunden


Jakob hat es erlebt: daß sich eine andere Sphäre der Wirklichkeit öffnet. Im Traum verbindet eine Leiter unsere Welt des Vergehens mit dem Reich Gottes, Seiner Ewigkeit. Dies erscheint heute vielen Zeitgenossen als literarische Phantasie. Dabei führt uns das Thema Zeit und Ewigkeit in eine Grenzregion zwischen allen Fakultäten: der Naturwissenschaftler kann das Phänomen nicht objektivieren; die Philosophen sind uneins; Pfarrer und Religionslehrer geraten in Verlegenheit, wenn sie etwas über den Ewigkeitsbegriff sagen sollen. Das Gespräch der Fakultäten droht zu verstummen, sehr zum Bedauern all derer, die sich selber bzw. der nächsten Generation Klarheit in der causa aeternitatis verschaffen wollen. Theologie wird fragwürdig, wenn sie meint, auf Ewigkeit, den Heiligen Geist, die Schöpfung, manchmal sogar das Leben Jesu Christi und seine Auferstehung, verzichten zu können oder sogar zu müssen – jenen Eckstein, den die Bauleute immer wieder verwerfen und der immer wieder neu aus den Abraumhalden Europas gegraben werden muß.

Im knapp gehaltenen ersten Teil des Buches versucht der Autor, die Stolpersteine wegzuräumen, die eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Glauben verhindern. Dabei ergibt sich eine kritische Sicht auf Theologie und Religionsunterricht, wie sie in Deutschland derzeit vorherrschend sind. Im ausführlicheren zweiten Teil geht es um Zeit, Person und Ewigkeit, und um das Wunder des menschlichen Bewußtseins. In redlicher Auseinandersetzung mit der neuronalen Forschung und weiteren naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Ansätzen wird gezeigt, daß die Behauptung, Gott, Geist und Ewigkeit seien durch wissenschaftliche Forschung widerlegt worden, unredlich ist. Der solcherart propagierte Materialismus erweist sich als Ideologie, als fataler Aberglaube, der auf systemischen Denkfehlern beruht.

Gottfried Böhme unterrichtet an einem Leipziger kirchlichen Gymnasium, wo er auch einen beliebten philosophischen Oberstufenkurs zu Themen wie „Geist und Materie“, „Zeit und Ewigkeit“ anbietet.

Vater Lazarus hatte als Gymnasiast stets mit Gewinn Böhmes Kurse belegt. Daß er in Buchhagen orthodoxer Mönch geworden ist, konnte wiederum nicht ohne Wirkung auf seinen ehemaligen Lehrer bleiben. Sein Nachwort, in dem er das Verhältnis von Glaube und Wissenschaft im orthodoxen Christentum sowie die orthodoxe christliche Anthropologie und Erkenntnistheorie umreißt, gibt dem Leser einen Ausblick auf eine traditionale Geisteskultur, in der echte Antworten auf die im Buch dargestellte Problematik gefunden werden können. Denn Geist und Seele lassen sich sowenig wie Gott und Ewigkeit abstrakt, innerweltlich, zeitlich erfassen. Gleichwohl liegt in ihnen die andere, größere Seite der Wirklichkeit, die dem echten Mystiker die eigentliche, ewige Heimat bedeutet, und deren Spuren sehr wohl auch in Zeit und Raum zu finden sind.