Archimandrit Sofronij: Worte des Geistes - Worte des Lebens

18,00 €

Preis inklusive MwSt! zzgl. Versand
Lieferzeit: 2-5 Tag(e)

Beschreibung

84 Seiten︱Gebunden mit Schutzumschlag


"Wir brauchen Hilfe - nach Gott brauchen wir Menschen, die uns geistige Führung geben", so schreibt Do- rotheus von Gaza im sechsten Jahrhundert. Mit dem Wunsch, ihre ursprüngliche Berufung zu erfüllen, den Weg des Herzens zu finden und auf der "göttlichen Leiter" zu Gott hinaufzusteigen, haben Menschen unter verschiedensten Bedingungen seit den Anfängen des Christentums "Meister" gesucht, die fähig sind, sie auf dem "schmalen Pfad" des Heils zu führen. Durch viele Jahrhunderte hindurch haben Männer und Frauen auf der Suche nach einer Weisung, einem Trost oder einer Inspiration jene den Wüstenvätern so teure Formel wiederholt: "Abba, sag' mir ein Wort." Als Gabe des Heiligen Geistes ist die geistige Vaterschaft das lebendige Herz der orthodoxen Kirche. Als goldene Kette der heiligen Tradition hält sie das Bewusstsein in uns wach, dass das Christentum nicht eine Religion des Buches, sondern eine Offenbarung des Mysteriums der Person ist.

Vater Sofronij, lebendiger Zeuge dieser Offenbarung, unterscheidet in seiner Lehre zwei Arten des Wortes: das Wort als Vermittler und das Wort als Einheitsstifter Das Wort, das informiert, und das Wort, das inspiriert. Das „psychische“ Wort, unter Umständen über ein religiöses Thema vermittelt, und das "pneumatische" Wort, Träger des Heiligen Geistes, jenes fortwährenden Pfingstereignisses - Wesen der Tradition der ungeteilten Kirche, des Leibes Christi.

Das "pneumatische" Wort, Kanal der göttlichen Gnade, ist selten. Es ist nicht spekulativ, sondern von einem klaren, scharfen dogmatischen Bewusstsein getragen. Theolo- gisch in seiner tiefsten Bedeutung, ist es nicht Büchern oder theoretischem Wissen entlehnt, sondern ent- springt einem Leben der Askese und des Gebets, der Kenose und der Erfahrung mit Gott. Denn um die Fülle des Heiligen Geistes, Ursprung jeglichen wahrhaften Wortes, empfangen zu können, muss man sich zuvor all seiner Leidenschaften und seines Eigenwillens entledigen. Um in die unendliche Stille einzutreten, in der Gott zu uns spricht und von der aus wir wahrhaft zum Herzen des Anderen sprechen können, müssen wir den Namen anrufen, der alle Namen beinhaltet - Jesus Christus - und müssen den Intellekt zu dem verborgenen Ort im Herzen hinführen.

Man muss durch alle Finsternis seiner eigenen inneren Hölle hindurchgehen, um wiedergeboren zu werden ins ungeschaffene Licht, das vom Wort, das Fleisch ge- worden ist, ausstrahlt.

Als lebendige Ikonen Christi, als Träger des Heiligen Geistes, der in ihnen spricht, zeugen die geistigen Väter von Ihm durch ihr Beispiel. Einzig wer sich selbst gestorben und wer auferstanden ist in Christus, kann ein Wort zeugen, das zum Leben und zur Freiheit im Heiligen Geiste erweckt.